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  • Metadaten-Chaos: Komplette Topics filtern

    Der Dating DITA-Vortrag kommt mir gerade wieder in den Sinn, wo ich mich Metadaten beschäftige. Und da stehen mir wirklich die Haare zu Berge – das ist das erste Mal, dass ich DITA wirklich, wirklich unpraktisch finde und noch keine gute Lösung habe, wie ich da in Zukunft verfahren soll.
    Wie man komplette Topics nicht rausfiltert
    Nehmen wir mal an, ich generiere aus einer Map einen User-Guide und einen Admin-Guide. Viele Inhalte überschneiden sich, aber einige sind exklusiv nur für eine der Zielgruppen gedacht.

    Bisher dachte ich mir das so: Wenn ich von einem kompletten Topic weiß, dass es nur audience=“user“ ist, dann setz ich das Attribut auf das Root-Element, also so:
    <task id="123" product="wundertuete2" audience="user">...

    Dann wird doch dieses Topic, auf diese Weise attributiert, nun beim Generieren des Admin-Guides bestimmt nirgends verlinkt bzw. gar nicht erst generiert.

    Weit gefehlt. Das Topic wird generiert und zwar leer (und damit nicht valide). Alle Verlinkungen, sprich: alle Topicrefs, sind auch im Output existent, führen aber natürlich ins Leere.

    Wie man komplette Topics wirklich rausfiltert
    Um zu verhindern, dass etwas überall verlinkt wird, muss man das Attribut auf jeden Topicref setzen!
    <topicref id="123" product="wundertuete2" >
    <</topicmeta></topicref>

    Und zwar auf wirklich jeden, auch die in den Relationship tables. Und das in allen Maps in denen das Topics vorkommt. Wenn ich da an zentrale, so gut wie immer gültige Attribute wie audience oder product denke, wird mir übel. Wie soll man das denn anständig pflegen oder gar mal aktualisieren? So müsste jeder Redakteur für jedes Topic erneut prüfen, welche Gültigkeit es hat und es auch wieder in der Map hinterlegen. Und darauf hab ich eigentlich überhaupt keine Lust.

    (Im Übrigen gilt das Prinzip nicht nur für Topicrefs, sondern auch für den Einsatz anderer interner Verlinkungsarten wie xref oder related-links)

    Zudem ist es sehr inkonsistent, dass es hier plötzlich ein eigenes Element audience gibt, zusätzlich zum gleichnamigen Attribut. Um die Verwirrung zu komplettieren, kann man beides gleichzeitig auf einen einzelnen Topicref beziehen.

    <topicref id="123" product="wundertuete2" audience="user">
    <topicmeta></topicmeta></topicref>

    Eine passende Diskussion auf der Yahoo-Group hab ich schon gefunden, aber eben leider noch keine Lösung. Und sowas muss ich kurz vor dem Wochenende rausfinden 🙁

  • Lokalisierung für Anfänger

    Hach, auch ein Global Player wie Hasi und Mausi kann ins Fettnäpfchen treten. Da widme ich mich über die Feiertage dem angenehmen Online-Shopping, als mir die neue Kampagne ins Auge springt. Allerdings weniger wegen der Shirts:

    Eingabe? Wieso Eingabe? Was soll ich denn da eingeben? Moment, dem erfahrenen Software-Dokumentar fällt sofort die Eingabe-Taste ein. Und wie heißt die in Englisch? Genau: Enter.

    Ne, ne, liebe Leute, auch die 100%-Matches in einem TMS sollte man überprüfen 🙂

    Hier die UK-Variante, die etwas mehr Sinn macht!

  • Rätsel zum Freitag

    Ich bin ja keine Übersetzerin und mein Englisch-LK ist auch ne Weile her, aber diese externe Übersetzung meines deutschen Hilfetexts in das Englische hat mich stutzig gemacht.

    Die Auflösung kommt nach dem nächsten Klick! 🙂 (mehr …)

  • Realitätscheck

    Der Dilbert von gestern hat mich an das erinnert, was ich einst als schmerzlichen Bruch zwischen der idealen Welt an der Hochschule und der realen Welt im Arbeitsalltag erfahren musste.

    Dilbert.com

    Auf der einen Seite lernt man, wie bspw. ein idealer Entwicklungsprozess aussieht, von der Konzeption über die Entwicklung bis hin zur Dokumentation. Auf der anderen Seite, also im echten Leben, ist eigentlich meistens für jeden dieser Schritte zu wenig Zeit. Und genau da fängt der Teufelskreis an, der uns arme Redakteure oft hilflos macht.

    Teufelskreis – der Teufel steckt im Konzept

    Wie oft hab ich mir in meinem Redakteusenleben erlebt, dass eine Softwareoberfläche viel zu kompliziert gestaltet war, was dann dazu führte, dass ich diese Kompliziertheit irgendwie einfach beschreiben sollte. Naja, und wie erklärt man dem Nutzer, dass manche Sachen einfach blöd gelaufen sind?

    Ich hatte beispielsweise mal den Fall, dass ich für eine Software eine neue Funktion dokumentieren sollte, die ich abgewandelt beschreibe: Der Nutzer konnte für bestimmte Ereignisse Filterregeln definieren und entscheiden, wann dieser Filter angewandt werden sollte. Zum Beispiel: eine E-Mail soll erst nach dem Lesen in die anderen E-Mail-Ordner sortiert werden oder schon vor dem Lesen. Man musste also entscheiden, ob man einen Vor-Filter oder einen Nach-Filter definierte. Für mich wären das auch genau die richtigen Benennungen gewesen, da sie dem Benutzer genau sagen, was passiert (es wird gefiltert!) und wann (vorher! nachher!) es passiert. Aber nein, die beiden Filter bekamen 2 völlig unterschiedliche Namen, die man nie in Zusammenhang sehen würde, so etwa wie: Leseregeln und Sortieroption. Und nein, das konnte auch nicht mehr geändert werden, da das Marketingmaterial bereits im Druck war.

    Und am Ende musste ich dem Nutzer erklären, dass die Sachen eigentlich dasselbe machen, bloß zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Argh!  Wie sich das schon liest!

    Die Leseregel ist praktisch gesehen dasselbe wie die Sortieroption. Sie wird nur nach dem Ereignis angewandt anstatt davor. D.h. bei der Anwendung auf E-Mails werden diese erst nach dem Lesen in die jeweiligen Ordner sortiert.

    Kurz: wenn die Konfusion schon in den Anfängen steckt, kann sich das fast nur noch multiplizieren. Noch besser wäre es gewesen einfach keinen Unterschied zu machen, sondern den „Filtern“ einfach nur die Optionen „Vorher/nachher“ mitzugeben…

    Und in solchen Momenten… Ja, da such ich mir manchmal auch „my special place“.


  • Membrane

    Nachdem ich bei den Kollegen von manualBLOG allerlei Lustiges rund um Lokalisierung/Übersetzung gelesen habe, muss ich einfach mal meinen alten Schatz zeigen.

    Ich habe vor Jahren einmal eine sehr, sehr, sehr billige Tastatur erworben. Nach dem Auspacken stellte ich fest, dass sie wirklich billig war und beschloss sie wieder einzupacken und umzutauschen.

    Dabei stach mir dieser Text auf der Verpackung ins Auge und ich bekam ein kleines bisschen Mitleid mit diesem „Übersetzer“ 😉

  • Maschinenherrschaft

    Als technischer Redakteur muss man sich eh immer die Witze über die vom Chinesischen ins Deutsche übersetzten Anleitungen anhören. Dem halte ich dann immer entgegen, dass das inzwischen bei professionellen Firmen voll toll abläuft. Man hat Translation Memories, Terminologien, standardiertes Schreiben und all sowas.

    wird falsch dem da Sein

    Und dann kommt Microsoft® und knallt u.a. diesen Text hin:

    Wenn eine DV-PAL-format-Kamera falsch meldet, dass es MPEG2TS-Datenformat unterstützt, wird falsch dem da Sein die DV-PAL-format-Kamera einer NTSC-Format-DV-Kamera angenommen. (Quelle)

    It’s not me, it’s you!

    Noch besser fand ich dann diesen Hinweis am Ende des Artikels:

    Als Kunde fühle ich mich da so ein bisschen veräppelt: „Ja, sorry, wir haben halt auch nicht für alles Zeit. Aber hier hast du ein paar Brocken, ist ja besser als nix. Ach ja, und wenn da Mist drin steht, ist das nicht unsere Schuld, sondern dein Problem. Sei froh, dass wir dir irgendwas zu lesen geben.“

    Kundenfreundlich ist definitiv etwas anderes. Gleichzeitig frage ich mich, ob dieser Haftungsausschluss wirklich rechtens ist. Sonst würde ja jeder auf Bedienungsanleitungen einen solchen Hinweis anbringen: „Für Probleme, die durch Fehler in der Dokumentation entstehen, sind wir nicht haftbar zu machen.“ Hm, wenn das so einfach wäre, hätte man mir an der Hochschule sicherlich die Vorlesung „Juristische und normative Aspekte in der Technischen Dokumentation“ erspart 🙂

    Maschinelle Übersetzung?

    Gibt man auf http://support.microsoft.com/ den Suchbegriff „maschinell“ ein, bekommt man mehr Beispiele dieser Art. In manchen Artikel ist das Deutsch sogar halbwegs verständlich, so dass der Einsatz der MÜ hier gar nicht so verkehrt ist. Aber so lange es solche kyptischen Auswüchse wie oben gibt, bleibt für mich der Beweis bestehen, dass Übersetzung momentan höchsten maschinen-unterstützt laufen kann.

  • Links auf Online-PDFs

    Heute: ein großartiger Fehler!
    Ich habe in meinem Topic einen Link auf ein PDF im Internet gesetzt.
    <xref href="http://redakteuse.de/blubber.pdf" format="pdf" scope="external">User Guide</xref>

    Im HTML-Output hat der Link auch super funktioniert, ABER im PDF-Output hat der Link nicht funktioniert.
    Aaah! Ich ahnte Böses in die Richtung, dass ich hier schon wieder geFOPpt werde und damit erst einmal gar nichts tun kann bis ich nicht ein neues PDF-Tool habe. Und so ist es auch. Nun muss ich irgendeinen Workaround finden, der vermutlich so aussehen wird, dass ich auf eine HTML-Seite verlinken muss (das geht nämlich wiederum) auf der der Nutzer dann selbst auf das PDF klicken muss. Ein unschöner, unnötiger Schritt. Aber so sieht es erst einmal aus 🙁

    Das war der Punkt, wo ich mich wieder an die Tugend erinnert habe, die ich dereinst als einsame Redakteurin unter lauter Software-Entwicklern gelernt habe: fluchen, was das Zeug hält, wenn es blöde Bugs gibt 😉